Förderschwerpunkt Sprachheilförderung...

Die Wilhelm-Lückert-Schule als Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprachheilförderung mit zielgleichem Unterricht wird von ca. 160 Kindern in Grundstufe, Mittel- und Hauptstufe besucht. Der Einzugsbereich unserer Schule umfasst die Stadt Kassel.

 

 

„Die Sprache ist zentral für das menschliche Leben. Sie dient dem Ausdruck von Intentionen, Wünschen und Abneigungen, sie ermöglicht die Kommunikation mit anderen Menschen und sie steht in enger Beziehung zu kognitiven und sozialen Fähigkeiten.“ Aufgrund ihrer verschiedenen Funktionen ist Sprache ein wesentlicher Schlüssel für die erfolgreiche gesellschaftliche Teilhabe.
Die Auswirkungen von sprachlichen Beeinträchtigungen können somit sehr schwerwiegend sein und die Betroffenen in ihrer Entwicklung und Partizipation negativ beeinflussen. Daher ist eine frühzeitige Intervention bei Risikokindern und Kindern mit sprachlichen Auffälligkeiten von besonders großer Bedeutung, da nur so Folgeerscheinungen verhindert werden können.
Die Schwierigkeiten auf der sprachlichen Ebene können beispielsweise die Entwicklung des Selbstkonzeptes, die sozial-emotionale Entwicklung, die Lern- und Leistungsmotivation, die kognitiven Fähigkeiten sowie den Schriftspracherwerb negativ beeinflussen und somit Lernerfolge im schulischen Bereich gefährden.

Welche Schüler besuchen die Grundstufe der Sprachheilabteilung der WLS?

 

Schüler der Grundstufe weisen in ihrem Sprachverhalten in vielfältiger und unterschiedlich ausgeprägter Form langanhaltende Beeinträchtigungen auf. Diese können sich auf folgenden Ebenen zeigen:

  • Lautbildung
  • Satzbildung
  • Sprechablauf
  • Sprachverständnis
  • Wortfindung
  • Stimmbildung
  • Sprachlosigkeit
  • verzögerte Sprachentwicklung.
Oft gehen mit den Beeinträchtigungen ein Störungsbewusstsein sowie Probleme in der Kommunikation einher.

Die Unterrichtsgestaltung in der Grundstufe

 

Die Schülerinnen und Schüler werden in kleinen Lerngruppen in einer intensiven Lehrer-Schüler-Beziehung unterrichtet.

 

In den Klassen 1 und 2 wird der überwiegende Teil des Unterrichts durch ein Klassenlehrerinnen-Team (2 Personen) oder eine Klassenlehrerin bzw. einen Klassenlehrer erteilt. Die Kinder müssen sich nicht ständig auf andere Bezugspersonen einstellen, stehen durch fließende Übergänge der Unterrichtsstunden weniger unter Zeitdruck und erleben eine Atmosphäre der Ruhe und Geborgenheit, die sich günstig auf das Lernen auswirkt. Diese Unterrichtsorganisation ist grundsätzlich in der gesamten Grundstufe wünschenswert, lässt sich aber auf Grund personeller Bedingungen nicht in den Jahrgangsstufen 3 und 4 erfüllen.

 

Um den Anforderungen des verbindlichen Regelschulplans einerseits und der besonderen Lernausgangslage der sprach-, sehbehinderten und hörgeschädigten Kinder andererseits gerecht zu werden, ist es notwendig, die Lerninhalte exemplarisch auszuwählen und sie bestmöglich pädagogisch aufzubereiten: Das Wesentliche optimal aufbereitet für die Kinder erfahrbar und erlernbar machen - Lernen mit allen Sinnen ermöglichen.

 

Der individuelle Entwicklungsprozess der Kinder verlangt einen förderdiagnostischen Ansatz während des gesamten Unterrichts.

 

Die oben genannten Kriterien erfordern insbesondere während des Lese-Schreib-Lehrgangs eine sprachheilspezifische Vorgehensweise. Dies bedeutet beispielsweise den verbindlichen unterstützenden Einsatz von Handzeichen, die tägliche Übung der phonologischen Bewusstheit und klar strukturierte deutliche Lehrersprache.

 

Ein besonderer Schwerpunkt wird auf die Schulung und Verbesserung der auditiven Durchgliederungsfähigkeit gelegt.

 

Rhythmische Übungen und musikalische Erziehung sind wesentliche Bestandteile des täglichen Unterrichts im Sinne erfolgreicher Sprachheilarbeit.

 

Auf Grund der motorischen Auffälligkeiten und Wahrnehmungsprobleme der Schülerinnen und Schüler muss das Prinzip der Bewegungsförderung in allen Unterrichtsbereichen berücksichtigt werden. Psychomotorische Übungen nehmen dabei in den ersten beiden Schuljahren einen breiten Raum ein und der Sportunterricht wird von psychomotorisch geschulten Förderschullehrern erteilt.

Zusätzliche Fördermaßnahmen in der Grundstufe

 

In den einzelnen Jahrgangsstufen wird die Förderung sowohl klassen- als auch jahrgangsübergreifend gestaltet. 

 

Die Fördermaßnahmen umfassen sowohl fachspezifische als auch sprachheilpädagogische Bereiche. Die Förderung erfolgt in der Einzelsituation oder in Kleingruppen.

Perspektiven der Grundstufenschüler

 

Die Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprachheilförderung ist als Durchgangsschule konzipiert, das bedeutet eine hohe Durchlässigkeit der Grundstufe zur Regelschule.

 

Sie ist ein wesentliches Prinzip bei der Unterrichtsgestaltung. Schüler, für die ein Anspruch auf sonderpädagogische Förderung im Förderschwerpunkt Sprachheilförderung nicht mehr besteht, werden in die Regelschule zurückgeschult. Günstige Zeitpunkte für eine Rückschulung sind am Ende des zweiten Schuljahres nach Abschluss des Lese-Schreiblehrganges und am Ende des vierten Schuljahres beim Übergang in weiterführende Schulen.

 

Für einzelne Schüler erweist es sich als sinnvoll, beim Wechsel in die Grundschule die Jahrgangsstufe zu wiederholen.

 

In Zweifelsfällen wird durch eine zu vereinbarende Probezeit die Möglichkeit gegeben, Erfahrungen in der neuen Lernsituation zu sammeln und die Fähigkeit zur erfolgreichen Mitarbeit zu überprüfen.

 

Der Übergang von der Förderschule zur Grundschule wird von unseren Förderschullehrern betreut und unterstützt.

 

Auch werden neue Schüler aus den Regelschulen, für die ein Anspruch auf sonderpädagogische Förderung festgestellt wird, in alle Jahrgangsstufen aufgenommen.

 

 

Sprachliche Beeinträchtigungen

 

Schüler der Mittel- und Hauptstufe weisen in ihrem Sprachverhalten in vielfältiger und unterschiedlich ausgeprägter Form Beeinträchtigungen auf. Diese können sich nach wie vor auf folgenden Ebenen zeigen:

 

  • Lautbildung
  • Satzbildung
  • Sprechablauf
  • Sprachverständnis
  • Wortfindung
  • Stimmbildung
  • Sprachlosigkeit
  • verzögerte Sprachentwicklung.

 

Aufgrund der intensiven Förderung in der Grundstufe zeigen sich die oben genannten Beeinträchtigungen teilweise nur noch in Restsymptomen. Da sich diese aber verstärkt im schriftsprachlichen Bereich äußern, benötigen die Schüler auch weiterhin eine sonderpädagogische Förderung, die einen Regelschulbesuch ausschließt.

 

Förderkonzept

 

Zusammen mit den sprachlichen Beeinträchtigungen treten Defizite in den Bereichen Wahrnehmung und Motorik auf. Dies muss der Unterricht berücksichtigen und die Schüler durch gezielte Angebote und Maßnahmen fördern. Dazu gehören u.a. eine entsprechend angepasste Unterrichtsorganisation, das Schaffen vielfältiger Sprechanlässe, Rollenspiele sowie gezielte Sprachförderung. In unserem schulspezifischen Förderkonzept sind vielfältige Förderangebote verankert, die sich an den defizitären Bereichen unserer Schüler orientieren. Diese umfassen u.a. Förderkurse mit folgenden Schwerpunkten:

 

  • Mathematik
  • Rechtschreibung
  • Grammatik
  • Lesen
  • Artikulation
  • Wortschatz
  • Wahrnehmung
  • Feinmotorik
  • Psychomotorik
  • Englisch

 

Diese Förderangebote, die von den Schülern teilweise jahrgangsübergreifend besucht werden, können von Schuljahr zu Schuljahr je nach Bedürfnissen der Schüler variieren.

 

Da die Schüler in der Mittel- und Hauptstufe eigenständig zur Schule kommen, konnte der Unterrichtsvormittag auf die 7. Stunde ausgeweitet werden.

 

 

Besondere Arbeitsschwerpunkte

 

Um die Schüler noch differenzierter und individueller fördern zu können sowie sie auf die sich verändernden Anforderungen in Schule und Beruf vorzubereiten, hat die Mittel- und Hauptschule unserer Schule folgende Aspekte in das Schulprogramm aufgenommen:

 

  • Methodentraining: Vermittlung von Schlüsselqualifikationen an je 5–6 Methodentagen innerhalb eines Schuljahres der Jahrgänge 5–9, Trainieren und Anwendung dieser Kompetenzen im regulären Unterricht
  • Ausbau unseres Berufswahlkonzeptes: Arbeit mit dem Berufswahlpass, Kooperation mit beruflichen Schulen und anderen Bildungsträgern, Betriebsbesichtigungen und Erkundungen, Praktika in den Klassen 8 und 9 jeweils 3 Wochen, Vernetzung berufswahlbezogener Themen unterrichtsübergreifend in den Fächern Arbeitslehre, Deutsch, Wahlpflicht (PC-Unterricht)
  • Ausbau und Optimierung der Konzepte in der Leseförderung (Schwerpunkt Schulbibliothek, Lesestunden) und Rechtschreibförderung (Training nach Sommer-Stumpenhorst)

 

Pausen

 

Im Bereich der Pausengestaltung haben die Schüler die Möglichkeit, auf dem angrenzenden Bolzplatz Ballsportarten durchzuführen (sofern dies die Witterung zulässt) sowie im so genannten Warteraum Tischtennis zu spielen. Daneben wird an mehreren Tagen in der Woche der sich im Gebäude befindende Jugendraum des Stadtteils für unsere Schüler geöffnet. Angebote wie Kicker, Dart, Billard etc. können in Anspruch genommen werden.